Aktueller Marktbericht

Stand: 14.06.2022

Die negative Entwicklung an den Finanzmärkten hat sich in den letzten Monaten fortgesetzt bzw. verfestigt. Mit Ausnahme weniger Marktsegmente, wie etwa den Private Markets oder Rohstoffen, mussten Anleihen- und Aktieninvestments deutliche Kursrückgänge verkraften. Staatsanleihen verzeichneten den schwächsten Jahresbeginn seit mehr als 40 Jahren und lagen per Ende Mai teilweise im zweistelligen Minusbereich. Aber auch die Aktienmärkte verbuchten deutliche Kursverluste und je nach Markt und Region bewegt sich das Minus per Ende Mai bei bis zu -20 %.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und reichen von der Notenbankpolitik, dem Russland-Ukraine-Krieg bis hin zu den Lieferkettenproblemen im Zuge der chinesischen Zero-COVID-Strategie. Der starke allgemeine Preisanstieg und die hohen Inflationsraten haben zu einer drastischen Änderung des geldpolitischen Kurses der Notenbanken geführt. Die Inflationsbekämpfung rückte immer stärker in den Fokus der wichtigsten Notenbank, der US-amerikanischen FED, welche ein Ende der lockeren Geldpolitik einläutete und mit März begonnen hat, die US-Leitzinsen anzuheben. Weitere Zinsanhebungen wurden von den Finanzmarktteilnehmern antizipiert und haben dementsprechend zu Kursrückgängen bei Staatsanleihen, höheren Risikoaufschlägen bei Unternehmensanleihen und einer starken Korrektur an den Aktienmärkten geführt. 


Lieferkettenprobleme belasten globale Konjunkturentwicklung 

Während die Notenbanken begonnen haben dem Preisanstieg entgegenzusteuern, führt die chinesische Zero-COVID-Strategie zu erneuten Problemen in den globalen Lieferketten. Weitreichende Lockdowns, beispielsweise in Shanghai, haben zu Störungen in den Produk-tionsabläufen und den weltweiten Handelsströmen geführt. Frachtschiffe können nicht zeitgerecht entladen und beladen werden und es kommt zu Staus und langen Wartezeiten vor chinesischen Häfen. Dadurch ist auch in nächster Zeit mit Verzögerung bei Warenlieferungen und einer eingeschränkten Verfügbarkeit bei betroffenen Produkten und Gütern zu rechnen. Ein schneller Rückgang der Inflationsraten ist dadurch unwahrscheinlich geworden und belastet die globale Konjunkturentwicklung.

Der Russland-Ukraine-Krieg ist der dritte wesentliche Faktor, der zur aktuell schwachen Marktentwicklung beträgt. Die von USA, EU und vielen anderen Ländern beschlossenen wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen gegenüber Russland, insbesondere im Finanzbereich, stellen auch für die globale Wirtschaft eine beträchtliche Herausforderung dar und erhöhen die Risiken für die Weltwirtschaft. Russland und die Ukraine sind wichtige Lieferanten von Energie, mineralischen Rohstoffen und Agrarrohstoffen. Durch die negativen Auswirkungen des Krieges werden die Energiepreise hoch bleiben und wegen der fehlenden Exporte der Agrarrohstoffe drohen in immer mehr Ländern Versorgungsschwierigkeiten bei Nahrungsmitteln aufzutreten.


VBV-Pensionskasse 

Diesen geänderten Rahmenbedingungen begegnet die VBV-Pensionskasse mit einer sehr hohen Aufmerksamkeit, mit risikoreduzierenden und diversifizierenden Maßnahmen sowie mit einer flexiblen Steuerung der Anlageklassen und Risiken. Beispielsweise konnten Private Markets Investments, welche über die letzten Jahre kontinuierlich ausgebaut wurden, auch in diesem schwierigen Marktumfeld positive Beiträge erwirtschaften. Die Gesamtperformance wird jedoch nach wie vor maßgeblich von der Entwicklung der Anleihen- und Aktienmärkte bestimmt. Die angeführten Risikofaktoren dürften wohl noch einige Zeit, möglicherweise bis zum Jahresende, bestehen bleiben und stellen weiterhin erheblichen Gegenwind für die Entwicklung an den Finanzmärkten dar.

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