Aktueller Marktbericht

Stand: 29.09.2022

Die seit Jahresbeginn vorherrschenden Entwicklungen an den Finanzmärkten haben sich über die Sommermonate fortgesetzt und werden wohl auch die kommenden Monate bestimmen.

Die Inflationsraten sind weltweit weiter angestiegen und haben beispielsweise in der Eurozone, und auch in Österreich, bis vor kurzem unvorstellbare Jahressteigerungen von rund 9% erreicht. Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung waren die Preisanstiege bei diversen Energieträgern, wie Rohöl, Gas und Strom. Der Grund dafür ist auf eine erhöhte Nachfrage, durch die Konjunkturerholung nach der Pandemie und auf ein beschränktes Angebot, durch gedrosselte Lieferungen aus Russland zurückzuführen.

Besonders Europa war von dieser Entwicklung stark betroffen, da speziell in einigen mitteleuropäischen Ländern die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen sehr hoch ist. Zudem setzt Russland seine Energielieferungen nunmehr als Druckmittel ein, um die Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Staaten zu beeinflussen. Dagegen versuchen europäische Regierungen Konsumenten und Unternehmen durch vielfältige staatliche Maßnahmen zu unterstützen und die negativen Auswirkungen der Inflation abzuschwächen. Die Notenbanken versuchen auf der anderen Seite mit drastischen Zinserhöhungen der Inflationsentwicklung entgegenzuwirken und vor allem die längerfristigen Inflationserwartungen der Marktteilnehmer zu verankern. Diesbezüglich sind ein gesunkener Rohölpreis und zuletzt rückläufige Gas- und Strompreise in Europa hilfreich und könnten den Notenbanken vorwärtsblickend etwas Spielraum in der Zinspolitik geben.

 

VBV-Pensionskasse

Nachdem die Finanzmärkte im 1. Halbjahr, aufgrund der geänderten Notenbankpolitik wegen der steigenden Inflationsrate, und der geopolitischen Situation eine negative Entwicklung verzeichneten und beispielsweise die meisten Aktien- und Anleihenmärkte bis Juni teils deutliche Kursrückgänge hinnehmen mussten, war im 3. Quartal im Wesentlichen ein Seitwärtsbewegung auf tiefen Niveaus zu verzeichnen. Weiterhin stabil entwickeln sich die Private Markets Investments, welche in diesem schwierigen Marktumfeld einen positiven Beitrag beisteuern konnten.

Für das Schlussquartal wird die weitere Inflationsentwicklung und damit verbunden die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken maßgeblich für die Entwicklung an den Finanzmärkten sein. Die zuletzt rückläufigen Rohstoffpreise sind ein erstes Anzeichen, dass die Inflationsraten ihren Höhepunkt erreicht haben und vorwärtsblickend eine gewisse Entspannung eintreten könnte.

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