Aktueller Marktbericht

Stand: 8. April 2020

Die Ausgangsbeschränkungen zuerst in Asien, dann in Europa und seit zwei Wochen auch in den USA wirken und verlangsamen die Ausbreitung des Coronavirus.

Regierungen in Europa haben massive sozialpolitische Maßnahmen (Sofortpakete für Kurzarbeit, Unterstützung der KMUs, etc.) und wirtschaftliche Maßnahmen (Überbrückungsgelder, Kreditgarantien, Hilfsfonds für besonders betroffene Branchen, Steuerstundungen, etc.)  getroffen. Allein in Österreich beträgt das 38 Mrd. Euro Hilfspaket der Regierung 10 % der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung. Weltweit springen die Staaten ein.

Die Europäische Zentralbank hat ein Maßnahmenprogramm beschlossen, das noch mächtiger ist als das „whatever it takes“ von Mario Drahgi. Die EZB, die US Notenbank und andere Notenbanken weltweit stellen die Finanzierung der Unternehmen, der (Klein)Betriebe sicher. Unternehmensanleihen haben sich im Wert stabilisiert, auch die mittelfristigen Folgen dürften gemildert sein. Allerdings sind die Handelsmöglichkeiten von Unternehmensanleihen noch durch reduzierte Marktliquidität beeinträchtigt. Die Banken selbst sind sicher, ihnen muss heute nicht geholfen werden, sie helfen, die Corona-Krise zu managen. Sie kennen ihre Kunden, verwalten die Konten, können Staatshilfe zielgerichtet weiter reichen.

Die Aktien- und Rohstoffmärkte, die von Ende Februar bis Mitte März so schnell und stark wie noch nie eingebrochen sind, haben sich seither wieder erholt und bewegen sich nun unter noch immer hohen Tagesschwankungen „seitwärts“. Unsere risikoreduzierenden Maßnahmen haben die Kursrückgänge abgemildert. Wir haben das Aktienrisiko bis auf weiteres zurückgenommen.

Kommt es nach dem beinahe vollständigen wirtschaftlichen Stillstand im März und April wieder zu einem schrittweisen Hochfahren ab Mai? Kommt es im/nach dem Sommer zu einer immer stärkeren konjunkturellen Erholung?  All das ist gut möglich, entscheidend ist allerdings, dass die Verbreitung des Virus zurück geht, niedrig bleibt und es zu keinen neuen Ansteckungswellen kommt. Die Aktienmärkte als „Wahrscheinlichkeitsmaschinen“ würden positive Entwicklungen frühzeitig in Form von Kursgewinnen „einpreisen“. Noch ist es allerdings zu früh dafür.