Aktueller Marktbericht

Stand: 29.09.2021

Die USA und Europa befinden sich weiter in einer konjunkturellen Erholungsphase, die sich aufgrund der weitgehenden Aufhebung der Corona-bedingten Einschränkungen im 2. Quartal beschleunigt hat. Das BIP-Wachstum der Eurozone im 2. Quartal von 9 % (QoQ; annualisiert) zeigt eindrucksvoll diese starke Konjunkturdynamik der letzten Monate. Für das Gesamtjahr 2021 rechnet die EU-Kommission mit einem Wachstum von + 4,8 %. Zuletzt haben sich jedoch vermehrt die negativen Auswirkungen dieser starken Erholung bemerkbar machten. Probleme in den Lieferketten von Vor- und Fertigprodukten, wie beispielsweise eine Verknappung an Speicherchips in der Autoindustrie, steigende Rohstoffpreise und ein Arbeitskräftemangel in gewissen Branchen haben zuletzt für teilweise rückläufige Stimmungsindikatoren gesorgt. Dadurch war in den vorangegangenen Monaten auch ein ausgeprägter Inflationsanstieg zu beobachten, der möglicherweise seinen Höhepunkt jedoch bereits erreicht hat.
 

Ereignisloser Sommer an den Aktienmärkten
An den Aktienmärkten waren die Sommermonate, bis auf wenige kurze Korrekturen, relativ ereignislos. Die gute Wirtschaftslage und die sehr guten Unternehmensergebnisse haben die Aktienindizes in Europa und den USA zu neuen Höchstständen geführt. Dagegen konnten viele Emerging Markets und insbesondere China diesem Trend nicht folgen. Besonders zunehmende staatliche Eingriffe bei chinesischen Technologiewerten wurden von den Finanzmärkten kritisch bewertet und führten zu einer Underperformance dieser Titel. An den Rentenmärkten kam es in den Monaten Juni und Juli zwar zu einem erneuten Rückgang der Renditen von Staatsanleihen, die seither aber nahezu unverändert in engen Bandbreiten notieren.
 

Positive Performanceentwicklung im 3. Quartal
Das erfreuliche konjunkturelle Umfeld und die gute Entwicklung der wichtigsten Assetklassen führte im laufenden 3. Quartal zu einer insgesamt positiven Performanceentwicklung. Mit der guten Konjunkturerholung und der relativ schnell angestiegenen Inflationsrate kommt nunmehr die Geldpolitik der Notenbanken zunehmend in den Fokus der Marktteilnehmer, da eine Fortführung der außerordentlichen Unterstützungs-Maßnahmen immer weniger notwendig erscheint. Zunächst ist wohl mit einer Rücknahme der Anleihenkäufe (Tapering) zu rechnen, und ab Herbst nächsten Jahres könnten auch Leitzinsanhebungen zur Diskussion stehen.

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