Aktueller Marktbericht

Stand: 03.04.2024

Das Jahr 2023 endete an den Finanzmärkten überwiegend positiv. Ein wesentlicher Grund dafür war der sich abzeichnende Kurswechsel der Notenbanken. Die US-Notenbank (Fed) stellte noch im vierten Quartal eine weitere Zinserhöhung in Aussicht. Als die Fed dann signalisierte, diese Zinserhöhung nicht vorzunehmen, änderte sich die Marktdynamik deutlich. Die Angst vor weiteren Zinserhöhungen wich der Erwartung von Zinssenkungen im Laufe des Jahres 2024. Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen fielen in den USA auf unter 4% und in Deutschland auf unter 2%. Dies führte zu einem deutlichen Anstieg der Anleihenkurse und auch die Aktienkurse profitierten von diesem Zinsrückgang und verzeichneten deutliche Zugewinne. Entgegen der positiven Entwicklung anderer Anlageklassen verloren Rohstoffe im 4. Quartal generell an Wert, lediglich Gold konnte leicht zulegen.

Die konjunkturelle Lage zeigt für die USA eine positive Entwicklung, da die Wirtschaft wie im 4. Quartal 2023 auch im abgelaufenen Quartal weiter wachsen dürfte. In Europa ist die Industriekonjunktur in Deutschland oder Österreich schwach und die Bauwirtschaft schrumpft weiter. Der Konsum und der Tourismus stützen jedoch die Gesamtkonjunktur. Die Inflationsraten sind rückläufig, liegen aber weiterhin über den Zielwerten der Notenbanken. Dennoch wird mit Zinssenkungen der Notenbanken gerechnet, was zinssensitive Branchen beleben sollte.
 

Was bedeuten diese makroökonomischen Entwicklungen nun für die Kapitalmärkte?

Anleihen hatten seit Jahresbeginn mit Gegenwind zu kämpfen, da sich die Zinskurven aufgrund des Anstiegs der langfristigen Renditen abflachten, was zu Kursrückgängen führte. An den globalen Aktienmärkten war eine Erholung zu beobachten, die von positiven Wirtschaftsdaten und einer allgemeinen Verbesserung des Marktumfelds getragen wurde. Technologieunternehmen waren weiterhin dank des Booms im Bereich künstliche Intelligenz die treibende Kraft der Entwicklung, aber nicht mehr alle großen Titel konnten an dieser Entwicklung gleich partizipieren. So sind beispielsweise die Kurse von Tesla oder Apple seit Jahresbeginn gesunken und haben sich damit deutlich schlechter entwickelt als die anderen „Magnificent 7“. Seit Jahresbeginn haben sich dynamische Portfolios mit hohem Aktienanteil am besten entwickelt, während konservative Portfolios mit hohem Anleihenanteil bis dato nur leicht positiv performten.

Spannend bleibt die Frage, wie sich die Konjunktur im Jahr 2024 entwickeln wird und ob die Technologieunternehmen die „Bullen Rally“ fortsetzen können. Obwohl auf mittlere Sicht Rezessionsrisiken vorhanden sind, gibt es kurzfristig keine Anzeichen für ein abruptes Ende des positiven Markttrends, so dass im Moment die Devise lautet: "Let the market run"!

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