Aktueller Marktbericht

Stand: 30.11.2021

Aufgrund der weitergehenden Öffnungsschritte und der fortschreitenden Impfkampagnen – gepaart mit wärmeren Temperaturen und dadurch saisonal, positiven Effekten – konnte sich die im Vorquartal bereits abgezeichnete konjunkturelle Erholung auch im 3. Quartal weiter fortsetzen. Für das Kalenderjahr 2021 wird vom IWF ein ausgesprochen starkes globales Wachstum von +5,9% erwartet, das sich breit gestreut über die unterschiedlichen Regionen erstreckt.

Starke Nachfrage führt zu hohen Rohstoffpreisen und Lieferkettenproblemen
Trotz dieser starken Wachstumserwartungen bestehen weiterhin globale Lieferkettenprobleme. Diese ergeben sich durch COVID-19-Restriktionen, wie beispielsweise der Schließung diverser Häfen in China, aber auch durch die gestiegene Nachfrage nach speziellen Komponenten, bei denen es nun ein Angebotsdefizit gibt (beispielsweise Speicherchips für die Autoindustrie). Diese starke Nachfrage aus der Industrie nach Gütern hat auch zu weiterhin hohen Rohstoffpreisen geführt (sowohl Industriemetalle als auch Energierohstoffe wie Öl und Gas). Dies sorgt einerseits für leicht zurückkommende Stimmungsindikationen in der Wirtschaft, aber auch für steigenden Preisdruck, der sich bereits in Konsumentenpreisindizes ablesen lässt.

Dieser Preisdruck – gepaart mit der guten konjunkturellen Entwicklung – führt dazu, dass auf globaler Ebene mehr und mehr Notenbanken beginnen, die ultra-expansive Geldpolitik schrittweise zu reduzieren. Nachdem besonders die kleineren nationalen Notenbanken in den Emerging Markets bereits mit Zinsanhebungen auf die gestiegenen Inflationsraten reagiert hatten, sind aktuell die großen Notenbanken (FED, Bank of England, EZB) dabei, die Anleihenkaufprogramme zu reduzieren und eine behutsame Kehrtwende der Geldpolitik einzuleiten. Die weiterhin vorhandenen günstigen Finanzierungsbedingungen und die stark berichteten Unternehmensergebnisse aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs unterstützten die Aktienmärkte, welche in den vergangenen Wochen teils neue historische Höchststände erreichen konnten. Eine Ausnahme stellt China dar: Hier führten staatliche Reglementierungsversuchen in diversen Technologiesegmenten und die starke Verschuldung bzw. die Schieflage einzelner Unternehmen aus dem Immobiliensektor zu einer Seitwärtsentwicklung.

Ausblick bis Jahresende

Auf den Rentenmärkten ist auf Jahressicht der Trend zu steigenden Zinsen weiterhin ersichtlich, wenngleich die letzten Monate deutlich erratischer bezüglich der Zinsbewegung waren. Vorwärtsblickend erwartet der Markt eine Stabilisierung der Inflationsraten auf deutlich niedrigeren Niveaus und dementsprechend auch nur leichte Anstiege bei den Nominalzinsen.

Mit dem bisherigen positivem Jahresverlauf, zeichnet sich ein weiteres erfreuliches Veranlagungsjahr ab. Durch die Entdeckung und die mögliche Verbreitung der neuen Omikron-Virusvariante in den letzten Tagen ist dieser positive Ausblick zwar etwas unsicherer geworden, ein gutes Jahresendergebnis scheint aber aufgrund der grundsätzlich positiven Konjunktur- und Marktentwicklungen weiterhin realistisch

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