Einfach erklärt

Begriffe aus der Pensionskasse: Tageswertprinzip

Für Pensionskassen gelten strenge gesetzliche Regeln, wie sie den Ertrag für die Berechtigten ermitteln und bilanzieren müssen. Sie bilanzieren nach dem sogenannten Tageswertprinzip. Diese Bewertungsmethode hat große Bedeutung für den Vermögensaufbau der Berechtigten während der Ansparphase, aber auch für die (zukünftigen) Pensionen. 

Das Tageswertprinzip

Einfach erklärt: Pensionskassen haben am Bilanzstichtag (31.12. jeden Jahres) den Tageswert der gehaltenen Aktien, Anleihen, Immobilien etc. zu ermitteln. In das Veranlagungsergebnis gehen nicht nur die laufenden Erträge (wie etwa Dividenden, Zinserträge) ein, sondern auch die buchmäßigen Wertsteigerungen / Wertminderungen*. Das heißt, unterjährige Performancewerte sind zwar ein Indiz dafür, wie sich das aktuelle Jahr gerade entwickelt, relevant ist aber ausschließlich das Jahresendergebnis.  

Diese Bewertungsmethode wurde bei Gründung der Pensionskassen vor allem von Arbeitnehmerseite gefordert (Arbeiterkammer, Gewerkschaft). Sie stellt sicher, dass alle Wertsteigerungen immer zur Gänze an die Berechtigten weiter gegeben werden.  

Auswirkungen des Tageswertprinzips in der Ansparphase

Ihnen als Berechtigten bringt das Tageswertprinzip den Vorteil einer direkten und vollständigen Partizipation an den Wertsteigerungen (Kursgewinnen). Dieses Verfahren hat aber auch stärkere Schwankungen bei den Ergebnissen zur Folge, da auch Wertminderungen, z. B. Kursrückgänge auf den Aktienmärkten, am Jahresende eingerechnet werden. Aufgrund dieser Bewertungsmethode gibt es bei Pensionskassen viele Jahre mit überdurchschnittlich guten Erträgen, aber auch einzelne Jahre mit negativen Ergebnissen sind möglich. In der Ansparphase spielen diese Schwankungen für Sie eine eher geringe Rolle, weil für den Vermögensaufbau der langfristige Durchschnittsertrag wichtig ist. In der Vergangenheit haben die gute Jahre die schwächeren Jahre deutlich überkompensiert.

Auswirkungen des Tageswertprinzips in der Pensionsphase

Für Leistungsberechtigte ist das Jahresendergebnis für die jährlichen Pensionsanpassungen relevant. Wird ein Jahresendergebnis erreicht, dass über dem vertraglich vereinbartenRechnungszins liegt, kann die Pension grundsätzlich erhöht werden. Liegt es darunter, muss die Pensionshöhe nach unten angepasst werden. Um solche Schwankungen insbesondere in der Pensionsphase zu glätten, ist die Pensionskasse verpflichtet, eine Schwankungsrückstellung zu führen. Darüber lesen Sie ausführlich in unserem nächsten Online-Newsletter.

*Es gibt eine Ausnahme vom Tageswertprinzip. Pensionskassen haben die Möglichkeit, Anleihen nach dem sogenannten „Held to Maturity“ Prinzip zu bewerten. Dabei können Anleihen erster Bonität (z. B. Bundesanleihen), die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, speziell für diese Bewertungsmethode gewidmet werden. Weder Wertsteigerungen noch Wertminderungen werden bei dieser Methode während der Laufzeit erfasst. Aufgrund der derzeit niedrigen Zinsen hat diese Methode allerdings eine nur geringe Bedeutung.

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