Aktueller Marktbericht

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1. Quartal 2026 - Entwicklung der Kapitalmärkte

Das Bild zeigt einen Laptop mit verschiedenen Grafiken. Der Laptop liegt auf einem Tisch und daneben steht ein Blumentopf.

Das erste Quartal des Jahres 2026 lässt sich aufgrund des am 28. Februar gestarteten Krieges zwischen den USA und dem Iran in zwei sehr unterschiedliche Phasen einteilen. Der Jahresauftakt war durch eine breite positive Entwicklung in den meisten Anlageklassen gekennzeichnet. Die globalen Aktienmärkte konnten sich aufgrund der Erwartungen an Produktivitätssteigerungen durch die voranschreitende Integration von künstlicher Intelligenz, guten Unternehmenszahlen und einer sich als sehr robust zeigenden volkswirtschaftlichen Entwicklung klar positiv entwickeln. Auch die Anleihenmärkte zeigten bis zum Ausbruch des Krieges von der Erwartung einer rückläufigen Inflation und einer geldpolitischen Entspannung in den kommenden Monaten durch niedrigere Zinsen eine positive Performance. 

Der Ausbruch des Krieges sorgte allerdings einhergehend mit den dramatisch gestiegenen Ölpreisen auf globaler Ebene und der Schließung der Straße von Hormuz zu einem breiten Abverkauf auf den Aktienmärkten. Die angestiegenen Rohstoffpreise und die mögliche reale Reduktion der Verfügbarkeit von nötigen Ressourcen (beispielsweise: Benzin, Diesel, Düngemittel) sind klare Anzeichen eines drohenden Angebotsschocks und stellen aufgrund der Implikationen für Inflations- und Wachstumsentwicklungen die globalen Notenbanken vor eine ausgesprochen schwierige Situation. 

Da die Dauer und Tiefe des Konfliktes noch nicht abgeschätzt werden kann, sind daraus abgeleitet auch die Möglichkeit von Zweitrundeneffekten auf die Inflation noch sehr ungewiss. Eine mögliche Straffung der Notenbankpolitik ist jedoch sehr zu hinterfragen, da ein höherer Leitzins und damit einhergehend stringentere Finanzierungsbedingungen keine klare Lösung des Angebotsschocks darstellen. Dennoch ist in dieser Phase die Markterwartung von Zinssenkungen stark zurückgegangen und eine mögliche bevorstehende Straffung trotz der ungewissen Effekte vom Markt eingepreist.

Im Zuge der Kriegshandlungen und der Verwerfungen an den Kapitalmärkten war allerdings ein im vergangenen Jahr bereits oft vorherrschendes Phänomen erneut beobachtbar bzw. von den Märkten auch teils erwartet worden. Die Art von Donald Trump, kurzfristige politische Kehrtwenden zu vollziehen, sollten sich die Finanzmärkte dramatisch entwickeln. Diese Verhandlungstaktik scheint auch in der aktuellen Situation zur Anwendung zu kommen und so konnte Anfang April einerseits eine Waffenruhe, um zu Verhandlungen im direkten bzw. im indirekten Weg zu gelangen, auf den Weg gebracht werden und andererseits dadurch auch eine Beruhigung der Kapitalmärkte erreicht werden. Dies zeigte besonders auf der Aktienseite durch starke Kursanstiege in den USA ihre Wirkung. So konnten trotz der weiter vorhandenen Unsicherheiten erneut Höchststände bei amerikanischen Indizes erreicht werden. Die Zinsmärkte hingegen haben noch nicht den gesamten Rückgang seit Ausbruch des Krieges aufgeholt und sehen eine klare Lösung des Konfliktes noch nicht bestätigt. Durch die Markterholung konnte die VG-Performance wieder deutlich in den positiven Bereich drehen.

Marktausblick

Aus geldpolitischer Sicht werden die kommenden Monate erste Erkenntnisse über den neuen Führungsstil innerhalb der US-Amerikanischen Notenbank FED durch den neuen Vorsitzenden Kevin Warsh liefern. Die aktuelle Situation durch angespannte Lieferketten, gestiegene Energiepreise und eine bisher ausgesprochen resiliente Wirtschaftsentwicklung in den USA, gepaart mit einer bereits jetzt schon merkbaren Unstimmigkeit innerhalb des Entscheidungsgremiums der Notenbank, erschweren eine klare mittelfristige Sicht auf die Geldpolitik und lassen eine von der aktuellen US-Administration sicherlich als wünschenswert empfundene rasche Senkung der Leitzinsen als aktuell unwahrscheinlich erscheinen.

Auch der generelle Ausblick auf den Kapitalmarkt ist durch die Unsicherheit der verbleibenden Dauer des Konfliktes im Iran geprägt. Eine längere Dauer bzw. eine weitere Ausweitung der Energiepreisanstiege würde zu Zweitrundeneffekten bzw. zu einer Erhöhung der Inflationserwartungen und in weiterer Folge auch zu einer klaren Reduktion der Wachstumserwartungen führen. Dies würde die in den vergangenen Monaten vorherrschende Erholung (besonders auch in Europa) wieder zurücksetzen und einen klaren Gegenwind für eine positive Kapitalmarktentwicklung darstellen. Eine raschere und möglichst endgültige Lösung des Konfliktes mit einem einhergehenden Rückgang des Ölpreises würde zwar auch ein paar Monate der immer noch aus Sicht der Notenbanken zu hohen Inflationswerte mit sich bringen, aber diese Situation würde es sowohl Notenbanken erlauben, die Daten als vorübergehend zu hoch und damit nur temporär zu werten, als auch die Realwirtschaft nicht vom zuvor bereits erwähnten Aufwärtsschwung abbringen.