Das 2. Quartal war lange Zeit durch den Konflikt der USA mit dem Iran geprägt. Doch obwohl sich bis Anfang Juni kaum ein Fortschritt bei den Verhandlungen abzeichnete, stiegen die Aktien ab Ende März unbeeindruckt von den geopolitischen Spannungen und dem hohen Ölpreis deutlich an. Für die meisten Aktienmärkte war es sogar das beste Quartal seit 2020. Hauptfaktor waren dabei einmal mehr die Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI). Anders als in den vergangenen Jahren waren die Gewinner allerdings nicht mehr die „Maqnificent 7“, die größten US-Technologie-Konzerne, die sich sogar deutlich schwächer als der breite Aktienmarkt entwickelten, sondern die Produzenten von Speicherchips, die beim Bau von Datencentern in hohem Ausmaß benötigt werden.
Anleihen konnten das Quartal leicht positiv abschließen, besonders nachdem die USA und der Iran Mitte Juni schließlich doch eine Absichtserklärung zur Beilegung des Konflikts unterzeichneten. Der in Folge wieder deutlich gefallene Ölpreis senkte die Inflationserwartungen und ließ die Renditen der Anleihen fallen und damit die Anleihekurse steigen, auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni erstmals seit 2023 die Zinsen anhob.
Keine Veränderung gab es bei den Leitzinsen in den USA. Trotzdem wurde die Notenbanksitzung im Juni mit Spannung beobachtet, nachdem diese erstmals unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh stattfand. Dieser versprach die Inflation, die in den USA seit über 5 Jahren ununterbrochen über dem Zielwert von 2% verharrt, stärker zu bekämpfen. Im Notfall mit Zinsanhebungen und damit gegen den ausdrücklichen Wunsch von US-Präsident Trump, der Warsh gerade eben erst eingesetzt hatte. Diese zumindest verbal angekündigte restriktivere Geldpolitik drückte den Goldpreis, der 14% (in USD) fiel und damit sein schlechtestes Quartal seit 2013 verzeichnen musste.
