Aktueller Marktbericht

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2. Quartal 2026 - Entwicklung der Kapitalmärkte

Das Bild zeigt einen Laptop mit verschiedenen Grafiken. Der Laptop liegt auf einem Tisch und daneben steht ein Blumentopf.

Das 2. Quartal war lange Zeit durch den Konflikt der USA mit dem Iran geprägt. Doch obwohl sich bis Anfang Juni kaum ein Fortschritt bei den Verhandlungen abzeichnete, stiegen die Aktien ab Ende März unbeeindruckt von den geopolitischen Spannungen und dem hohen Ölpreis deutlich an. Für die meisten Aktienmärkte war es sogar das beste Quartal seit 2020. Hauptfaktor waren dabei einmal mehr die Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI). Anders als in den vergangenen Jahren waren die Gewinner allerdings nicht mehr die „Maqnificent 7“, die größten US-Technologie-Konzerne, die sich sogar deutlich schwächer als der breite Aktienmarkt entwickelten, sondern die Produzenten von Speicherchips, die beim Bau von Datencentern in hohem Ausmaß benötigt werden.

Anleihen konnten das Quartal leicht positiv abschließen, besonders nachdem die USA und der Iran Mitte Juni schließlich doch eine Absichtserklärung zur Beilegung des Konflikts unterzeichneten. Der in Folge wieder deutlich gefallene Ölpreis senkte die Inflationserwartungen und ließ die Renditen der Anleihen fallen und damit die Anleihekurse steigen, auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni erstmals seit 2023 die Zinsen anhob.

Keine Veränderung gab es bei den Leitzinsen in den USA. Trotzdem wurde die Notenbanksitzung im Juni mit Spannung beobachtet, nachdem diese erstmals unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh stattfand. Dieser versprach die Inflation, die in den USA seit über 5 Jahren ununterbrochen über dem Zielwert von 2% verharrt, stärker zu bekämpfen. Im Notfall mit Zinsanhebungen und damit gegen den ausdrücklichen Wunsch von US-Präsident Trump, der Warsh gerade eben erst eingesetzt hatte. Diese zumindest verbal angekündigte restriktivere Geldpolitik drückte den Goldpreis, der 14% (in USD) fiel und damit sein schlechtestes Quartal seit 2013 verzeichnen musste.

Marktausblick

Der Beginn des neuen Quartals brachte in vieler Hinsicht eine Umkehr der Trends bis Ende Juni. Der Iran-Konflikt eskalierte erneut und führte zu wieder steigenden Ölpreisen. Dies belastete die Anleihemärkte, ebenso wie die erneute Zinsanhebung der EZB im September. Bei den Aktien korrigierten die im 2. Quartal stark gestiegenen Halbleiter-Unternehmen deutlich, aus Bedenken, ob die sehr hohen Gewinnmargen auch in Zukunft gehalten werden können. Nach einem schwachen Juli tendierte der August aber wieder freundlicher. Viele wichtige Aktienindizes wie der S&P 500 in den USA und der EuroStoxx50 in der Eurozone konnten Anfang August trotz der Schwäche bei Tech-Aktien neue Allzeithochs erreichen. Eine ebenfalls klare Trendumkehr nach oben sah Gold, besonders nachdem der neue Fed-Chef in seinem 2. Meeting Ende Juli auf seine Ankündigungen zur Inflationsbekämpfung keine konkreten Maßnahmen folgen ließ. An den Finanzmärkten wuchsen Zweifel, ob er wirklich so unabhängig von den Wünschen von Donald Trump agiert, wie er behauptet. In einer Rede Ende August versuchte Warsh, sein Image als Inflationsbekämpfer aufzupolieren, trotzdem bleibt das weitere Vorgehen der US-Notenbank sehr unsicher und der Goldpreis dadurch vorerst unterstützt.

Die Themen für den Rest des Jahres dürften einerseits der Iran-Konflikt und andererseits der KI-Boom bleiben. Für Trump wird die Zeit zur Lösung des Konflikts immer knapper. Anfang November stehen die Midterm-Elections im US-Kongress an. Der Unmut über den unbeliebten Krieg und die dadurch gestiegenen Benzinpreise dürfte sich bei der Wahl niederschlagen und Trump die Mehrheit in zumindest einer der beiden Kammern kosten. Bei den Technologie-Aktien sollte 2026 das Jahr der großen Aktienemissionen von neuen Unternehmen werden. Mit SpaceX ist im Juni der bislang mit Abstand größte Börsengang aller Zeiten über die Bühne gegangen. Nach anfänglicher Euphorie hat sich mittlerweile etwas Ernüchterung eingestellt. Das KI-Unternehmen Anthropic könnte vermutlich im Oktober SpaceX nochmals in den Schatten stellen und eine noch größere Aktienemission begeben. Wie gut diese aufgenommen wird, könnte ein wichtiges Indiz dafür werden, wieweit die Finanzmärkte bereit sind, die enormen Investitionen im KI-Bereich mit ihren unsicheren Ertragsaussichten weiter zu finanzieren. Nicht zuletzt, nachdem der Hauptkonkurrent OpenAI (Entwickler von ChatGPT) seinen Börsengang, wohl auch aus Sorge über die Aufnahmebereitschaft der Märkte zum jetzigen Zeitpunkt, vorerst für dieses Jahr abgesagt hat und damit die Unsicherheit über seine weitere Finanzierung erhöhte. Zudem wird der immer unpopulärere Ausbau der Datencenter, der mittlerweile eine sehr wichtige Bedeutung für die Konjunktur in den USA aber auch weltweit hat, vor den US-Midterms ein zunehmend politisches Thema. In mehreren Bundesstaaten droht ein Stopp weiterer Genehmigungen. Vorerst bleiben die KI-Investitionen aber eine wichtige Stütze der Weltwirtschaft, die sich trotz des hohen Ölpreises sehr positiv entwickelt. So wuchs die Wirtschaft der Eurozone im 2. Quartal so stark wie seit 4 Jahren nicht mehr.