Einfach erklärt

Begriffe aus der Pensionskasse: Rechnungszins

Einfach erklärt: Was versteht man unter Rechnungszins (RZ) und welche Bedeutung hat er für Ihre zukünftige Pension?

Der Rechnungszins (RZ) ist ein wichtiger Wert in einem beitragsorientierten Pensionsmodell. Wer über seinen Rechnungszins nicht Bescheid weiß, läuft Gefahr falsche Entscheidungen zu treffen oder von falschen Voraussetzungen bei seiner Pension auszugehen.

Was ist der Rechnungszins?
Der RZ ist eine festgelegte Zinserwartung für den jährlichen Ertrag in Ihrem Pensionsmodell. Er ist kein Garantiewert, sondern eine mathematische Größe, mit der die Leistung errechnet wird. Er wurde vertraglich von Ihrem Arbeitgeber festgelegt bzw. entspricht den Vorgaben der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA).  

Welche Bedeutung hat der RZ auf die Pensionshöhe?
Vereinfacht erklärt:
Wenn Sie in Pension gehen, dann haben Sie Kapital angespart (z. B. Euro 50.000). Dieses Kapital wird zu Pensionsantritt in eine lebenslange Pension umgerechnet. Da Ihr Pensionskapital während der gesamten Pensionsphase weiter veranlagt wird (es verringert sich sukzessive um die laufenden Auszahlungen), müssen diese zukünftigen Erträge in die Pensionshöhe hineingerechnet werden. Als Annahme für diese zukünftigen Erträge kommt der RZ zum Einsatz.  Daher starten Sie bei einem hohen RZ gleich mit einer deutlich höheren Pension, weil eine höhere „Verzinsung“ während der gesamten Pensionsphase (im Schnitt 25 Jahre) unterstellt wird. Der Unterschied in der Anfangspension – bei gleichem Pensionskapital -  ist durchaus gravierend:

Beispiel: Bei einem Kapital von Euro 50.000, Pensionsantritt mit 65 (Mann) beträgt die

Jahrespension € 4.180,- € 3.800,- € 3.430,- € 3.100,- € 1.880,-
Rechnungszins 6,5% 5,5% 4,5% 3,5% 1,0%

 

Auf Basis des RZ wird Ihre Anfangspension berechnet. Je höher der Rechnungszins, desto höher ist Ihre Pension.

Als Faustregel gilt: Ein um 1% höherer RZ  =  +10% mehr Anfangspension!

Welche Bedeutung hat Ihr Rechnungszins für Ihre Pensionsanpassungen?
Wieder stark vereinfacht erklärt:
 Wenn die tatsächlichen Erträge in Ihrer Pensionsphase immer genau dem RZ entsprechen, dann kann die Pension in konstanter Höhe ausbezahlt werden. Ein Rechnungszins von z. B. 5,0% bedeutet also, dass die Pensionskasse jährlich (zum 31.12.) ein Veranlagungsergebnis von mindestens 5,0% erwirtschaften muss, damit die Pensionsleistung im Folgejahr gleich bleibt. Ein Unterschreiten des Rechnungszinses führt zu einer Pensionskürzung, ein Überschreiten zu Pensionserhöhungen (ohne Berücksichtigung einer Schwankungsrückstellung und versicherungsmathematischer Effekte).

Schlussfolgerung: Mit einem hohen Rechnungszins (5,5% - 6,5%) werden Sie aller Voraussicht nach kaum Pensionserhöhungen bekommen, Sie müssen sich eher auf eine fallende Pension einstellen. Allerdings erhalten Sie -  bei gleichem Kapital -  von Anfang an deutlich höhere Pensionen als bei einem niedrigen Zins. Ein niedriger Rechnungszins (2,5% - 3,5%) bewirkt hingegen eine deutlich stabilere Pensionsentwicklung im Vergleich zu einem hohen Rechnungszins.

Mehr Informationen
Unser Info-Video über den Rechnungszins finden Sie hier!

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