FAQ

Wie werden Pensionskassen-Pensionen berechnet und jährlich angepasst?

Wir beantworten die häufigsten Fragen zur Berechnung und Anpassung von Pensionskassen-Pensionen. Detaillierte Informationen dazu finden Sie auf unserer Website und in Ihren Vorsorgevereinbarungen. 
 

Welche Pensionskassenmodelle gibt es?

Pensionskassen haben  zwei unterschiedliche Modelle: leistungsorientierte und beitragsorientierte Pensionskassenmodelle. Hat Ihr Arbeitgeber ein leistungsorientiertes Modell für Sie umgesetzt, erhalten Sie die im Vertrag festgelegte Pension. Auch die jährlichen Pensionserhöhungen werden so wie im Vertrag vereinbart durchgeführt. Die folgenden Ausführungen beziehen sich daher ausschließlich auf beitragsorientierte Pensionskassenmodelle.
 

Wie wird die Anfangspension bei einem beitragsorientierten Pensionskassenmodell berechnet?

Bei einem beitragsorientierten Modell wird zu Pensionsantritt Ihr bis dahin angespartes Pensionskapital (genauer gesagt: die Deckungsrückstellung) nach versicherungsmathematischen Grundsätzen verrentet und in eine lebenslange Pensionsleistung (mit Hinterbliebenenübergang) umgerechnet. Dafür wird einerseits die statistische Lebenserwartung herangezogen, die den Sterbetafeln der Aktuarsvereinigung Österreichs entnommen wird. Andererseits wird der für Sie vereinbarte Rechnungszins (RZ) bei der Berechnung angewendet. Dabei gilt: Je höher Ihr Rechnungszins ist, desto höher ist Ihre Anfangspension. Als Faustregel kann gesagt werden: Bei gleichem Pensionskapital bedeutet ein um 1% höherer RZ eine um 10% höhere Anfangspension.
 

Was ist der Rechnungszins?

Jeder Anwartschaftsberechtige (AWB) und Leistungsberechtigte (LB) hat in seinem Pensionskassenmodell einen für ihn gültigen Rechnungszins. Das ist ein vertraglich vereinbarter (Ziel-)Wert. Er ist der wichtigste Faktor zur Berechnung der Anfangspension und in weiterer Folge für die Ermittlung der jährlichen  Pensionsanpassung. Der Rechnungszins ist nicht mit der Performance oder dem tatsächlichen Ertrag in der Veranlagung zu verwechseln.
 

Wer legt den Rechnungszins fest?

Früher konnte der Arbeitgeber (mit dem Betriebsrat) den RZ vertraglich festlegen. Dieser galt für die gesamte Vertragslaufzeit, auch für sämtliche neueintretenden (jungen) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daher reichen die Rechnungszinse für bestehende Pensionsmodelle auch heute noch von 1% bis hin zu 6,5%. Die 2013 in Kraft getretene Pensionskassen-Novelle hat dies geändert.

Seither gilt der maximal zulässige RZ nicht nur für neue Pensionskassenverträge, sondern auch für neu hinzukommende AWB in bestehende Pensionskassenverträge. Aufgrund der Rechnungsparameterverordnung der FMA beträgt der höchstzulässige Rechnungszins derzeit 2%.
 

Wie wird die Pensionshöhe jährlich angepasst?

Auch für die jährlichen Pensionsanpassungen ist Ihr Rechnungszins relevant. Entspricht das Jahresendergebnis der Pensionskasse (dieses hängt überwiegend vom Veranlagungsergebnis und zum kleineren Teil vom versicherungstechnischen Ergebnis ab) dem Rechnungszins, kann die Pension in gleicher Höhe wie im Vorjahr ausbezahlt werden. Liegt das Jahresendergebnis über dem Rechnungszins, kann die Pension erhöht werden, außer der Mehrertrag wird für die Schwankungsrückstellung zum Aufbau einer Reserve verwendet. Liegt das Ergebnis unter dem Rechnungszins, wird die Pension gegenüber dem Vorjahr reduziert, außer das Ergebnis kann durch eine Reserve aus der Schwankungsrückstellung ausgeglichen werden.
 

Was ist die Schwankungsrückstellung?

Die Schwankungsrückstellung dient grundsätzlich der Glättung von kapitalmarktbedingten Ertragsschwankungen. In ertragsstärkeren Jahren werden Überschüsse in der Veranlagung zum Aufbau dieser Rückstellung verwendet, wodurch in ertragsschwächeren Jahren Performanceverluste durch Zuweisungen aus der Schwankungsrückstellung an die Deckungsrückstellung ausgeglichen werden können.

Mit dieser Reserve sollen in schlechten Veranlagungsjahren Pensionskürzungen möglichst vermieden bzw. verringert werden, da sie durch Zahlungen aus der Schwankungsrückstellung aufgefangen (bzw. abgemildert) werden. Die genaue Vorgangsweise der Dotierung der Schwankungsrückstellung ist in § 24 und § 24a PKG festgelegt.

Weitere detailliertere Informationen zur Berechnung der Pensionskassenpension finden Sie hier:

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